Filme 2014 – Der Jahresrückblick

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Filme sollten nicht in Ranglisten eingeordnet werden und auch nicht mit Sternchen, Daumen oder sonst wie bewertet werden. Und miteinander vergleichen lassen sich Filme so wenig wie Menschen, Tiere oder Gummibärchen.

Andererseits macht das Erstellen von Ranglisten einen so großen Spaß, dass ich es auch in diesem Jahr nicht lassen konnte. Es folgen also meine persönlichen 2014-Highlights und -Enttäuschungen im unfairen Vergleich:

HIGHLIGHTS

Highlights 2014
1. Return of the First Avenger
Überraschenderweise ein brillanter Spionage-Thriller im 70er-Jahre-Stil, der nebenbei das gesamte Marvel-Cinematic-Universe umwirft. Der Film beweist, dass bei den Marvel-Studios zurzeit die besten Geschichtenerzähler des Unterhaltungs-Kinos arbeiten.


2. The Edge of Tomorrow
Großartig geschriebener und höchst origineller Si-Fi-Film, der seinen Plot konsequent auf ein sehr berührendes Ende zuführt.
3. Grand Budapest Hotel
Der stimmungsvollste Film des Jahres. Wes Andersons Hang zur Symmetrie und zur Nostalgie passt perfekt in das Hotelsetting. Der bisher rundeste Film eines faszinierenden Filmemachers.
4. The Lego Movie
Der unterhaltsamste Blockbuster des Jahres, der zum Ende hin sehr clever zwischenmenschliche Tiefe unter die Plastikfiguren bringt.
5. X-Men: Days of the Future Past
Alle Entwicklungen, die das X-Men-Universum in den letzten Filmen aus der Bahn geworfen haben, werden ignoriert. Stattdessen gibt es mit „Days of the Future Past“ einen rasanten Zeitreisefilm, der die X-Men wieder auf Spurt bringt.


6. Guardians of the Galaxy
Der beliebteste Marvel-Film des Jahres überzeugt durch liebevolle und höchst unterhaltsame Figuren, erreicht aber nicht die Tiefe und Spannung von „Return of the First Avenger“.
7. Blau ist eine warme Farbe
Eine so wunderschöne wie tieftraurige Liebesgeschichte, die zu einer universellen Auseinandersetzung mit der Liebe an sich wird: Ihre Mysterien und Ekstasen werden ebenso schonungslos spürbar gemacht wie ihre Abgründe und ihr Schmerz.


8. The Drop
Tolles Gangster-Stück mit einem wunderbaren Twist und James Gandolfini, der hier leider zum letzten Mal auf der Leinwand zu sehen ist.
9. Saving Mr. Banks
Wohlfühl-Drama rund um die Entstehung des Disney-Films „Mary Poppins“. Ein perfekter Sonntag-Nachmittags-Film. Und davon gibt es nicht viele, die wirklich gut sind.
10. Wolf of Wall Street
Allein schon wegen dieser zentralen Szene höchst sehenswert. Doch eigentlich erzählt die Szene auch schon alles, um was es in den gesamten 180 Minuten geht. Leider geht der Film nicht tiefer.

11. Wie der Wind sich hebt
Anime-Film, der es schafft, aus dem sehr mechanischen Thema „Kriegsflugzeug-Bau“ eine poetische Traumreise zu machen.
12. 12 Years a Slave
Aufrüttelnder und schockierender Film, der zwar sehr gut aber etwas zu glatt erzählt ist.
13. Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere
Schlatengemälde, in dem sowohl die handwerkliche Meisterschaft als die Abenteuerlust von Peter Jackson zu erkennen ist. Die Langsamkeit, in der sich in den ersten beiden Hobbit-Filmen ein gewisser Zauber breit machte, bleibt dabei leider auf der Strecke.
14. Snowpiercer
Fantasievoller und eskapistischer Action-Film, der großartig unterhält.

ENTTÄUSCHUNGEN

Enttäuschungen 2014
1. The Amazing Spiderman 2
Nach dem gelungenen ersten Spiderman-Reboot eine herbe Enttäuschung: Mit einer schlecht ausgearbeiteten Hauptfigur und einem völlig nutzlosen Antagonisten tritt der Film so lange auf der Stelle, bis er am Ende pseudo-dramatisch werden muss, um irgendwie zu einem Schluss zu finden.
2. A Million Ways to die in the West
Western-Komödie, deren niveaulose Gags dumm werden, da sie keine emotionale Resonanz bekommen. Das unterscheidet den Film von Seth MacFarlanes tollem Kinodebüt „Ted“.
3. Monsieur Claude und seine Töchter
Ein sehr schöner und zeitgemäßer Plot, der leider mit sehr plumpen und funktionalen Figuren erzählt wird.
4. Philomena
Buddy-Movie, der in der ersten Hälfte sehr gut funktioniert, dann aber zu gefällig wird.
5. Lucy
Visuell toll erzählter Thriller, der sein gigantisches Potenzial aber leider nicht ausschöpft.
6. American Hustle
Spaßiger Film, der aber nicht nachwirkt, da die abgründigen Figuren nicht schonungslos genug behandelt werden.
7. Interstellar
Thesenfilm mit einem perfekt ausgedachten Plot. Die Story erzählt sich allerdings nicht über die Charaktere. Die untermauern mit ihrem Handeln nur wissenschaftliche oder philosophische Thesen.
8. Godzilla
Visuell interessantes Reboot, das aber sehr unausgegoren erzählt ist. Im Drehbuch steht offensichtlich eine sehr düstere und sozialkritische Geschichte, doch der Regisseur hat eine nostalgische Hommage an alte japanische Monster-Filme gedreht. Das passt nicht zusammen.

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