Erste Gedanken zu The Last Jedi

18.05 Uhr, das Embargo ist seit fünf Minuten vorbei, hier kommen meine ersten spoilerfreien Gedanken zu #TheLastJedi

Über weite Strecken macht Episode 8 Spaß. Gerade im ersten Drittel überzeugt der Film mit Tempo, einem tollen Spirit und wunderbaren Figuren. Gerade die Mechanikerin Rose ist ein toller neuer Charakter, der hervorragend ins Ensemble passt und viele Star Wars-Fans begeistern wird. Die Dynamik zwischen Poe Dameron und Leia stimmt, die Szenen, in denen Rey mit ihrem desillusionierten Mentor Luke zu tun hat, sind zum Teil hervorragend. Auch auf der Dunklen Seite stimmt die Chemie: Es gibt richtig gute Szenen zwischen Kylo Ren und General Hux.

Doch leider merkt man dem Film recht schnell an, dass er zu viel Ballast mit sich herumschleppen muss: Figuren und Storylines aus Episode 7, neue Figuren und Storylines, dann noch Restbestände aus der alten Trilogie. So wartet Episode 8 immer wieder mit schönen Momenten auf, doch im Großen und Ganzen verheddert sich der Film in seinen Storylines, erzwingt Motivationen für seine Figuren und findet einfach keinen klaren Bogen, weswegen er auf der Suche nach einem Finale immer länger wird. Große Dramatik gibt es dann plötzlich in fast jeder Szene, doch keine Wendung zieht ernsthafte Konsequenzen nach sich, so dass wir nach fast drei Stunden Spielzeit genauso schlau wie vorher sind, obwohl eigentlich unglaublich viel passiert ist.

Aus Sicht eines Geschichtenerzählers ist das katastrophal, doch natürlich handelt es sich hier nicht um ein Star Wars-Problem, sondern um eines des modernen Blockbuster-Kinos. Wie auch bei Marvel-Filmen muss viel passieren, ohne dass sich am Status Quo wirklich etwas ändert. Das Kinoerlebnis soll bewusst nicht komplett befriedigend sein, so dass Zuschauerin und Zuschauer wiederkommen. Es ist der alte McDonald’s-Trick: Lass die Ballast-Stoffe weg und erhöhe den Zuckergehalt, dann haben die Leute Spaß, sind aber immer noch hungrig genug, um wiederzukommen. Und so macht Episode 8 zwar Spaß und verzuckert viele Szenen und Dialoge (mal mit Gags und mal mit Nostalgie), ist am Ende aber leider ein hohler Film ohne Ballaststoffe – ohne eine Storywendung, die dem Ganzen wirklich Gewicht oder Drive in eine neue Richtung geben würde.

Am Samstag schaue ich den Film noch einmal und melde mich dann mit Spoilern wieder. Vielleicht gefällt er mir beim zweiten Anschauen ja besser.