Filmtipp: Rewind

„Der phantastische Film hat in Deutschland eine lange – ebenso stilprägende wie vergessene – Tradition“, das sagt mein Freund und Kollege Johannes Sievert, den ich an der Filmschule kennengelernt habe. Schon damals war er ein so leidenschaftlicher wie unermüdlicher Kämpfer für den deutschen Genre-Film. Mit Dominik Graf (der Regisseur, der gerne zwischen Genre- und Arthauskino hin und her pendelt) hat er zwei großartige Dokumentationen über das Thema gedreht: „Verfluchte Liebe Deutscher Film“ und „Offene Wunde Deutscher Film“.

Jetzt endlich konnte Johannes seinen ersten eigenen Genre-Film fertig stellen. Mit REWIND hat er tatsächlich den so dreckigen wie visionären Film geschaffen, den ich immer von ihm habe sehen wollen. Köln wirkt hier wie eine Film Noir-Stadt, in der ich der Spirit alter deutscher Gangster-Filme entfaltet. Dazu kommt ein cleverer Zeitreise-Plot, der mit seinen international besetzten Figuren den Film auf eine europäische Ebene holt. REWIND ist in der deutschen Genre-Geschichte verwurzelt, ist aber hoch modern erzählt – thematisch wie visuell.

REWIND läuft ab sofort im Kino. In Anlehnung an den alten Videotheken-Spruch kann ich allen nur dringend raten: BE KIND, SEE REWIND. Alle Kinotermine gibt es hier.