Arrival

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Dominik und ich haben uns zu ARRIVAL Gedanken gemacht – der Film, der mich in diesem Jahr bisher am meisten begeistert hat (aber was soll in diesem Jahr schon noch kommen, was ARRIVAL in den Schatten stellen könnte. ROGUE ONE sicher nicht).

Wir haben in der aktuellen Filmlounge-Spoilerecke einmal den Versuch unternommen, die unglaublich clevere Pointe des Films zu entschlüsseln.

Phantastische Tierwesen

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Trotz des Videotitels würde ich „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“, nicht als wirklich langweilig bezeichnen. In der magischen Version des New Yorks der 20er Jahre verbringt man gerne zwei Stunden. Trotzdem denke ich, dass in dem Film ein deutlich besserer Film verborgen ist, als den, den man zu sehen bekommt (wohl, weil er wie so viele Blockbuster heute nicht eigenständig gesehen wird sondern gleich als Vorläufer für den nächsten Film). Dominik und ich haben in der Filmlounge den Versuch unternommen, diesen „verborgenen Film“ freizulegen.

Verfilmte Filmkritik

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Meine Filmanalysen werden jetzt quasi verfilmt. Seit ein paar Wochen darf ich für den YouTube-Kanal Filmlounge ins Kino gehen und gemeinsam mit Dominik Porschen Analysen schreiben, die er dann in die Kamera spricht. Ich stehe derweil dahinter und passe auf, dass er keinen Unsinn redet.

Meine bisherigen Lieblinge sind eine Analyse zum wunderbaren Marvel-Film Doktor Strange. Und ein Stop Motion-Special zum nicht weniger wunderbaren Stop Motion-Film Kubo:

Weitere Lieblings-Analysen werde ich hier teilen.

Rückkehr zur Internetwoche

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Internetwoche 2016

Es ist wieder soweit: Heute ist in Köln die Internetwoche gestartet – und wieder darf ich gemeinsam mit meinem Freund und Kollegen Philipp Hoffmann daran teilnehmen. Eine Stunde lang wollen wir morgen in der IHK Köln herausfinden, was eigentlich einen Film zu einem guten Film macht, wann er erfolgreich ist und ob Qualität und Erfolg überhaupt in Zusammenhang stehen.

Wir freuen uns auf Euer Kommen – unsere kleine Veranstaltung ist gratis und startet um 19.30 Uhr in der IHK Köln. HIER KÖNNT IHR EUCH ANMELDEN (oder ihr kommt morgen einfach auch gerne spontan vorbei).

Kommerzkritische Saurier auf Kamikaze-Kurs

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JURASSIC WORLD ist ein Film von einer trashiger Brillanz, wie sie seit Paul Verhoevens STARSHIP TROOPERS nicht mehr im Blockbuster-Kino gesehen wurde. Es handelt sich um einen erstaunlichen Kamikaze-Film: Ihre Botschaft ist den Filmemachern so wichtig, dass sie bereit sind, die eigene Story, die Logik und die Figuren dafür zu opfern.

Das Portal zur JURASSIC WORLD – gefertigt aus dem Holz von 1993.

Das Portal zur JURASSIC WORLD – gefertigt aus dem Holz von 1993.

Doch was ist die Botschaft?

Ganz am Anfang sehen wir im wie geschmiert laufenden Freizeitpark JURASSIC WORLD einen Parkmitarbeiter, der ein Vintage-JURASSIC PARK-Shirt trägt, das mit 22 Jahren genau so alt ist wie der Originalfilm von Steven Spielberg. Der Mitarbeiter schwärmt, dass damals im JURASSIC PARK noch alles echt und magisch und wundersam gewesen sei. Der neue Park sei nur auf Kommerz aus – die Saurier könnten auch gleich Markennamen erhalten und etwa Pepsisaurus heißen. Auf der Metaebene sagt uns Regisseur Colin Trevorrow: „Der Originalfilm ist unantastbar und perfekt. Diesen Film hier gibt es dagegen nur, weil wir in Hollywood Kommerzschweine sind und ihr da draußen nach immer mehr verlangt.“

Tatsächlich ist zu Beginn in beinahe jeder Sekunde die Liebe der Filmemacher zum Originalfilm zu spüren. Wir bereisen den Park, hören John Williams Musik und erleben das perfekte JURASSIC PARK-Feeling, das uns 1993 eingenommen hat. Ich selbst war 12 Jahre alt, als JURASSIC PARK im Kino lief, war verzaubert von der Magie des Films und aufgepeitscht durch seine Spannung. JURASSIC WORLD hat es tatsächlich geschafft, mich in den ersten Minuten wieder in meine Kindheit zurückzuversetzen. (Selbst Mr. DNA taucht wieder auf!)

Auch Mr. DNA feiert sein Comeback in JURASSIC WORLD

Auch Mr. DNA feiert sein Comeback in JURASSIC WORLD.

Doch der Film opfert sich im Folgenden selbst für seine These. Um den Parkbesuchern mehr Sensation zu bieten, züchten die JURASSIC WORLD-Wissenschaftler einen Hybriden, der weder zu kontrollieren noch in seiner wahnwitzigen Existenz ernst zu nehmen ist. Eine Freak-Kreatur, die durch den Park flaniert und Saurier und Menschen tötet. Als „Indominus Rex“ einen Brachiosaurus tötet, der hochdramatisch in den Armen der Hauptfiguren stirbt, ist die Botschaft klar: Die Freak-Kreatur macht die magische JURASSIC PARK-Welt, an die wir uns gerne erinnern, zunichte. Auf der Meta-Ebene: Die Film-Welt von damals kann nicht mehr gesteigert werden, jeder Versuch, die Spielberg-Magie von einst zu toppen, kann nur zur Vernichtung dieser Magie führen.

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„Exodus“ vs. „Die Zehn Gebote“ – Die kleine Filmanalyse zum Osterprogramm

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Moses teilt das Meer im Jahr 1956.

Moses teilt das Meer im Jahr 1956.

Noch zuverlässiger als Hase und Eier kommt zu Ostern die TV-Wiederholung des Bibel-Klassikers „Die Zehn Gebote“. Eine gute Gelegenheit, um sich einmal mit Ridley Scotts neuester Adaption des Moses-Stoffes auseinanderzusetzen – „Exodus – Götter und Könige“. Die hat nicht nur einen seltsamen Titel (warum ist von Göttern die Rede, wo es hier doch eindeutig um die spektakuläre Solo-Show eines monotheistischen Gottes geht), sondern lief skandalöserweise an Weihnachten im Kino.

Ein Pferd teilt das Meer im Jahr 2014.

Ein Pferd teilt das Meer im Jahr 2014.

Die einzig auffällige Gemeinsamkeit, die der Klassiker mit Charlton Heston und Scotts Umsetzung  mit Christian Bale haben, ist die Bildgewalt. In beiden Filmen türmt sich das Rote Meer zu einer eindrucksvollen Wasserwand auf, die die technischen Möglichkeiten der jeweiligen Zeit ausreizt. Der Klassiker schillert in knackigem Technicolor, die Neuinterpretation ist zeitgemäß farbentsättigt. Der für Scotts Version fatale Unterschied ist aber, dass in den „Zehn Geboten“ die Erzählhaltung klar ist, in „Exodus“ aber nicht. Der Bildgewalt entsprechend erzählt Regisseur Cecil B. de Mille in „Die Zehn Gebote“ ein Bibelmärchen, das dem komplexen mythologischen Kern des Zweiten Buchs Mose zwar nicht gerecht wird, aber das eine stimmige Symphonie aus Pathos, Gottesfurcht und Historien-Schwelgerei schafft, von der man sich an einem Osternachmittag wunderbar einlullen lassen kann.

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Im Weltall hört Dich niemand schreien

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Halloween! Zeit, um sich wieder mit einem Horror-Meisterwerk der Filmgeschichte zu beschäftigen. Da ich in diesem Jahr leider keine Zeit habe, eine so ausgiebige Filmanalyse zu machen wie im letzten Jahr über Kubricks The Shining, werde ich mich heute auf die Analyse eines Trailers beschränken.

In meinem Seminar „Das Herz der Story“ ergründe ich mit den Studenten, dass emotional packende Filme immer Reisen zu den Ängsten und Sehnsüchten der Hauptfiguren sind. Und damit natürlich auch zu unseren eigenen Sehnsüchten und Ängsten. Ridley Scott hat dies in seinem Meisterwerk „Alien“ perfekt verstanden. Der Film ist – trotz des Titels – kein Film über ein Alien sondern über die „Angst vor dem Unbekannten“. Der Titel „Alien“ steht somit weniger für das Alien im Sinne von „Außerirdisches Wesen“ sondern eher für „Das Fremde, das im Dunkeln lauert“ (und das uns nicht nur überfällt sondern außerdem noch durch den Mund befruchtet… Das Alien ist der widerwärtigste Triebtäter, der vorstellbar ist…).

Auch im Marketing des Films wurde verstanden, dass es um die Angst vor dem Monster und nicht um das Monster selbst geht. Legendär ist der Slogan „Im Weltall hört Dich niemand schreien“ geworden. Und der Trailer zum Film ist ein Kurzfilm-Meisterwerk. Eine kleine Ode an die Angst, in der das Alien nicht einen Frame lang zu sehen ist, wir aber trotzdem seine Präsenz spüren.