Kinealistische Roadtrips mit Sauriern

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Da geht fast ein Jugendtraum in Erfüllung: Ich habe einen Artikel in einem Filmmagazin geschrieben, das Steven Spielberg auf dem Cover hat. Und mein Artikel wurde dann sogar mit dem T-Rex aus Jurassic Park illustriert!

Für das wunderbare Heft KINEMALISMUS habe ich einen Text über die nostalgischen Gefühle geschrieben, die ich (und gefühlt meine ganze Generation) den Filmgeschichten aus den 80er Jahren gegenüber haben. Ein Text, warum die Stories vom Steven mit V (Spielberg) und die vom Stephen mit PH (King) mich bis heute nicht loslassen. Entstanden ist der Artikel auf unserer Hochzeitsreise durch Neuengland im letzten Jahr, so dass er irgendwie auch ein Reisebericht ist.

Wer cool ist und auch noch viele weitere tolle und wunderbar illustrierte Artikel über das Kino der 80er Lesen möchte, kann das Heft hier auf kinemalismus.de bestellen.

Uncooler (und T-Rex ärmer) ist es, meinen Text gleich hier zu lesen:

Roadtrips in die Vergangenheit

Wie die 80er Jahre ganz nostalgisch in Filmen und der Serie „Stranger Thins“ wieder zurückkehren

von Christoph Mathieu

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Kommerzkritische Saurier auf Kamikaze-Kurs

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JURASSIC WORLD ist ein Film von einer trashiger Brillanz, wie sie seit Paul Verhoevens STARSHIP TROOPERS nicht mehr im Blockbuster-Kino gesehen wurde. Es handelt sich um einen erstaunlichen Kamikaze-Film: Ihre Botschaft ist den Filmemachern so wichtig, dass sie bereit sind, die eigene Story, die Logik und die Figuren dafür zu opfern.

Das Portal zur JURASSIC WORLD – gefertigt aus dem Holz von 1993.

Das Portal zur JURASSIC WORLD – gefertigt aus dem Holz von 1993.

Doch was ist die Botschaft?

Ganz am Anfang sehen wir im wie geschmiert laufenden Freizeitpark JURASSIC WORLD einen Parkmitarbeiter, der ein Vintage-JURASSIC PARK-Shirt trägt, das mit 22 Jahren genau so alt ist wie der Originalfilm von Steven Spielberg. Der Mitarbeiter schwärmt, dass damals im JURASSIC PARK noch alles echt und magisch und wundersam gewesen sei. Der neue Park sei nur auf Kommerz aus – die Saurier könnten auch gleich Markennamen erhalten und etwa Pepsisaurus heißen. Auf der Metaebene sagt uns Regisseur Colin Trevorrow: „Der Originalfilm ist unantastbar und perfekt. Diesen Film hier gibt es dagegen nur, weil wir in Hollywood Kommerzschweine sind und ihr da draußen nach immer mehr verlangt.“

Tatsächlich ist zu Beginn in beinahe jeder Sekunde die Liebe der Filmemacher zum Originalfilm zu spüren. Wir bereisen den Park, hören John Williams Musik und erleben das perfekte JURASSIC PARK-Feeling, das uns 1993 eingenommen hat. Ich selbst war 12 Jahre alt, als JURASSIC PARK im Kino lief, war verzaubert von der Magie des Films und aufgepeitscht durch seine Spannung. JURASSIC WORLD hat es tatsächlich geschafft, mich in den ersten Minuten wieder in meine Kindheit zurückzuversetzen. (Selbst Mr. DNA taucht wieder auf!)

Auch Mr. DNA feiert sein Comeback in JURASSIC WORLD

Auch Mr. DNA feiert sein Comeback in JURASSIC WORLD.

Doch der Film opfert sich im Folgenden selbst für seine These. Um den Parkbesuchern mehr Sensation zu bieten, züchten die JURASSIC WORLD-Wissenschaftler einen Hybriden, der weder zu kontrollieren noch in seiner wahnwitzigen Existenz ernst zu nehmen ist. Eine Freak-Kreatur, die durch den Park flaniert und Saurier und Menschen tötet. Als „Indominus Rex“ einen Brachiosaurus tötet, der hochdramatisch in den Armen der Hauptfiguren stirbt, ist die Botschaft klar: Die Freak-Kreatur macht die magische JURASSIC PARK-Welt, an die wir uns gerne erinnern, zunichte. Auf der Meta-Ebene: Die Film-Welt von damals kann nicht mehr gesteigert werden, jeder Versuch, die Spielberg-Magie von einst zu toppen, kann nur zur Vernichtung dieser Magie führen.

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